Achtsame Kommunikation

Ich schreibe darüber, dass achtsame Kommunikation bei dir selbst beginnt, stelle dir die gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg kurz vor und gehe weiter auf die Wichtigkeit der Gefühle und Bedürfnisse ein. Zum Abschluss gibt es wieder eine Übung für dich.

Was hat achtsame Kommunikation mit Nachhaltigkeit zu tun? Sehr viel! Wenn ich es in das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit einstufen müsste, würde es zur sozialen Nachhaltigkeit passen. Es geht um ein achtsamen Miteinander, denn Kommunikation ist nicht nur der verbale Ausdruck, sondern auch jede Form der nonverbalen Kommunikation, wie Mimik und Gestik. Und ich würde sogar noch weiter gehen, es ist auch alles was du über die Person denkst, denn auch das ist spürbar und drückt sich in der weiteren Kommunikation und im weiteren Umgang miteinander aus.

Ein Beispiel: Denke einmal an eine Person, die du nicht so gern hast, oder mit der du es etwas schwierig hast. Kannst du mit dieser Person ein schönes Gespräch führen, das dich erfüllt? Wahrscheinlich nicht. Und nun versuche etwas Verbindendes mit dieser Person zu finden. Es kann etwas ganz kleines sein, vielleicht habt ihr die gleiche Lieblingsfarbe. Dein Gefühl verändert sich gleich, denn du hast jetzt eine kleine positive Verbindung aufgebaut.

Gewaltfreie Kommunikation

Nun möchte ich kurz auf die „gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg eingehen. Ein besonderes Konzept, eine Handlungsanleitung für achtsame Kommunikation. Es fördert eine wertschätzende Beziehung und ein empathisches Miteinander. Das Grundmodell besteht aus vier Schritten: zuerst wird die Beobachtung objektiv beschrieben, danach das Gefühl ausgedrückt – also wie geht es mir damit -, dann mein Bedürfnis formuliert – was brauche ich – und abschließend die Bitte ausgesprochen – welche konkrete Handlung soll folgen.

Dieses Modell hört sich vielleicht etwas „starr“ an, aber es hilft sich seiner Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu werden. Dies ist oft nicht so einfach. Besonders mir meiner Gefühle im gegenwärtigen Moment klar zu sein, bedarf eines achtsamen Umganges mit mir selbst. Die Bedürfnisse (also was steckt dahinter, was brauche ich?, z.B. Sicherheit, Zugehörigkeit, Respekt, Nähe, Freiheit,…) wahrzunehmen, braucht häufig wirkliche Übung.

Wir haben bereits als Kind Strategien entwickelt wie wir mit Konflikten umgehen: wir ziehen uns zurück, gehen in Angriff, tauchen in die Opferrolle ab oder ähnliches. Meist habe wir nicht gelernt unsere wahren Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken und so in ein echtes und ehrliches Gespräch zu kommen, empathisch miteinander umzugehen.

Aber: es ist nie zu spät! Beginne bei dir und schaue auf deine Gefühle und versuche deine Bedürfnisse wahrzunehmen. Je häufiger du das „übst“, umso besser und leichter geht es. Und irgendwann wirst du nicht mehr darüber nachdenken, es wird selbstverständlich.

Gehen wir mit uns achtsam um, können wir dies auch mit unserem Gegenüber. Ist jemand einmal schlecht gelaunt, können wir uns eher hineinversetzen und dahinterblicken. Das erleichtert den Kontakt auch in dem Moment.

Kleine Meditation – Übung

Mache es dir bequem und atme dreimal tief durch. Du kommst ganz bei dir und in deinem Körper an. Jetzt stelle dir vor, wie du jemandem begegnest, den du nicht so gerne hast, mit dem/der du dich nicht so leicht tust. Ihr habt Zeit! Du nimmst deine Gefüle wahr, spürst deinen Körper – schaue, ob du wo einen Durck oder ein anderes unangenehmes Gefühl spürst. Atme dorthin, sei ganz bei dir. Wir visualisieren jetzt, deshalb darf die andere Person auch warten ;). Begrüße nun die Person und sag ihr was du fühlst und welches Bedürfnis du hast. Zum Beispiel könntest du sagen: Wenn ich dich jetzt treffe, spüre ich einen Druck im Bauch und ich wünsche mir einen respektvollen Umgang mit dir, auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden. Du atmest wieder tief durch, spürst wieder deinen Körper. Wie reagiert die Person darauf. Vielleicht sagt sie: „Ich verstehe, mir geht es gleich mit dir. Und ich wünsche mir ernst genommen zu werden“. Ja, das passt auch für dich. Das unangenehme Gefühl im Bauch hat sich nun aufgelöst. Das Miteinander zwischen euch ist nun ehrlich und echt. Ihr seid beide erleichtert über das Gespräch und ihr verabschiedet euch.

Komme nun wieder ganz bei dir an, im Hier und Jetzt. Atme noch einmal tief durch. Spüre deinen Körper, spüre deinen Füße. Nimm deinen Umgebung wahr.

Und nun danke ich dir, für deinen Mut! Und ich wünsche dir viel Erfolg beim Üben. Traue dich und probiere es aus. Und vergiss nicht, auch immer wieder das Verbindende im anderen Menschen zu sehen 🙂

Alles Liebe,
Barbara

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